Montag, 20. November 2017

ZERTRAUTHEIT


#frapalymo für 20nov17




ZERTRAUTHEIT 

Wenn Lippenwinkel 
Fußwärts hängen, 
Zwei Augen starr, 
Schmalspaltig schaun. 
Wenn kraftlos Lügen, 
Bindung' sprengen; 
Der Mensch mutiert, 
Er wird Alptraum. 

Wendest dich ab, 
Vom Gegenüber. 
Die Mimik fällt, 
Aus dem Gesicht. 
Trauriger Blick. 
Sehloch, noch trüber. 
Zutrauen hin. 
Freundschaft zerbricht. 

Doch zoll' Respekt, 
Zeig keine Häme; 
Bau diesem Lügner, 
Goldene Brück'. 
So kann trotz Bruch, 
Vertrackte Szene, 
Die Zukunft kitten, 
Bescheiden Stück. 


bild & text by: Herr Wortranken 





Sonntag, 19. November 2017

welt



erotik durch ' wolfen' *


   welt *
   
die frau verflossen 
doch abendstrahl 
schob kugelblitz zum risiko. 

süßlich harter liedgesang 
schließt attraktiven hosenschlitz 

der augen gönnerhaft bedeutungslosigkeiten 
entzündet mannes kannibalisch blick 

dereinst schwillt lesend trauer 
gemeinsam sonnenschein gibt helligkeit 
gefühl heißt leben 
beine tropfen zart 

vögel mit jugendblüte schwinden 
betrachtungsstarre greift brüchig atemzug 


bild & text by: Herr Wortranken 

______________________ 
 * worte aus meinen ersten 18 November-frapalymos mit hilfe des automatengedichtautomaten





Samstag, 18. November 2017

KUGELBLITZ



#frapalymo-18nov17


KUGELBLITZ 

Ein Blitz im Hirn, 
tiefgreifend Schmerz. 
Den Blick nach oben himmelwärts. 
Umnebelt Schwärze, 
Daseins Sinn. 

Man sieht es jetzt. 
Sehr klar, doch fern. 
Es scheint 'ne Kugel; 
Schaut aus wie'n Stern. 

Jählings - 
Wie strammgezogen mit 'ner Leine 
Das Ding im Zimmer - 
kreist um die Beine. 
Es Ist - 
Man Siehts - 
Ein Kugelblitz. 
Ein Simpel prüft nun Hosenschlitz. 

Doch wissend, kreative Leute; 
Begreifens brüchig Denkgebäude. 

bild & text by: Herr Wortranken 





Freitag, 17. November 2017

LAUDATIO FÜR EINE SÜPPELTERRINE




LAUDATIO FÜR EINE SÜPPELTERRINE
oder 
Ehrenbezeigung an einen Pott 


Einen Satz nur möcht' ich schreiben jetzt zu euch, mit einer Bitte, ihn zu lesen, genau, wie man mich eingeladen an dem gestrig Tag, nieder zu schreiben ein paar Worte, im Rahmen dieser Frapalymo Novemberrunde, in formlos' Schreibstil zur allgemeinen Unterhaltung und Erbauung, aller an ihren elektronischen Lesegeräten anwesenden Frapolistinen, Frapolisten und sämtlich' Weltbürger, die der deutschen Sprache mächtig, ihre auf Lesemodus sensibilisierten, von der Natur mit Nervenwellenweiterleitungswirkung interessierten Augen, in wohlig euphemistisch, ambiente Stimmung zu versetzen und meine Worte umfangreich, wie man gewohnt von mir, während der Lesezeit heute, mit kurzem Ausdruck, auch wohlfeil Wortwahl, in einem knappen Satzkonstrukt, der Runde hier, der Sphäre dieser Bibliophilgemeinschaft, die angenehm gestaltet und genutzt, wie schon vor Generationen, als paradiesisch Ort der schriftgewordenen Gedankenflügel, qua Schriftbild zu kredenzen, so das die Zeit, wie es gewünscht von unserer Frau Paulchen, ihr sei mein Dank geschuldet, dem ich Benennung momentan verleihe, im Kleid der Harmonie, weder die Gefilde aller Träume sprengen, noch störungsschwanger euren Köpfen, als dissonante Melodie des überbordend Satzphantasten, in der Erinnerung verbleibt, will ich beginnen nun, der Langeweile den nötigen Respekt für brachliegende Ödnis der Gedankenhaine abzulisten, auf dass der kurzen liedhaften Dichtung Atemzug, ein Hauch ist's nur, wie schwereloses Engelshaar, die gezeugt, mit des Füllhorns Wortgemenge der Gedankenblitze, aus kraftvoll' Überdruck der traumgeborenen Ideen, just jenen, die in diesem Augenblick geschwängert, von knappen Worten mit gerafftem Nebensatzgeplänkel, zu tosendem Applaus euch animiert, damit Bewegtheit vieler Hände, sich tausendfach in imposanten Echos widerspiegelt und ihr nicht müde werdet, mich, mit dem Rausch der Freude zu benebeln, ob dieses kurzen, flüchtigen siebzehnten Frapalymobeitrags hier.  [Anmerkung: Jetzt bitte wieder Atmen]




Nett, 
Dass es winzig Tassen gibt 
Ohne, 
Wär' Mokka unbeliebt. 


Donnerstag, 16. November 2017

ERINNERUNGSSCHREI


#frapalymo für 16nov17 


ERINNERUNGSSCHREI 

Aus Stein - 
Aus Holz - 
Oder Papier. 
Aus einem Schrei - 
Aus Schriften - 
Aus Bussen - 
Drei bis vier. 
 - 
Ein Wegstock zeigt für alle Zeiten 
Private Schicksalsfügung, 
Auch weltweit Schattenseiten. 

Ausflügler achte medial.
Bleib' stehn und überlege - 
Doch richte nie pauschal. 
Nun gehe deiner Wege.  

bild & text by: Herr Wortranken 





Mittwoch, 15. November 2017

NACHSINNIGKEITEN


#frapalymo für 15nov17




NACHSINNIGKEITEN 

Die Lebensbahn 
Gewährt mir gönnerhaft 
das Horn der Fülle. 
  
Seelenvoller Zierrat 
freier Gedanken; 
Gewebt aus Brückenschlag zur Jugendblüte.

Eigener Seele Impresario -
Bin ich. 
Gewähre mir 
Genussvoll Fantasie. 

Ich sitze. 
Ich lasse gehen 
Ohne gehenlassen. 
Ich stehe. 
Ich sehe diese Welt. 

  
bild & text by: Herr Wortranken 









Dienstag, 14. November 2017

naturgesellschaftsleben



 #frapalymo für 14nov17




naturgesellschaftsleben 

Haiku

gefühl für die welt 
dummheit verhindert leben 
jetzt kohleausstieg 


Tanka

ungläubig augen 
ein zweiter blick nach draußen 
tränen werden eis 

gestern wuchs dort noch wiese 
kommend frisst jetzt ein moloch 

Tanka

vögel gen süden 
jedes jahr wiederkehrend 
winter als hoffnung 

natur kennt keine trauer 
die bonzengötzen auch nicht 



bild & texte by: Herr Wortranken 
  




Montag, 13. November 2017

SCHWERKRAFTDUNSTIGKEIT





SCHWERKRAFTDUNSTIGKEIT 

Ein Blatt 
Im jahreszeitlich' Alter.
Brüchig ergraut; 
Vom Leben flott bewegt, 
Stürzt nieder auf der Erde Haut 
Und wird vom Besen fortgefegt. 
Bevor's die Augen, 
Nun für immer schließt 
Und mit Gewissheit Ahnung greift; 
Wünscht es die Zeit zurück, 
Vor seinem jetzig' Leben. 
Als es von wattig' Wolkendecke fiel, 
Als Bodenfeuchte dann im Stamm,
Als süßlich Lebenssaft gefiel. 
Natur erhörte, Blattes Wunsch. 
Erst zart, 
Erst klar, 
Dann grün. 
Am Ende stark. 
Ein Tropfen lebt für immer; 
Das Blatt vergeht in Floras Sarg. 


bild & text by: Herr Wortranken 
  







Sonntag, 12. November 2017

Sechzehn-Uhr-zwei-und-Tränen

#frapalymo für 12nov17 (tag 12)


Sechzehn-Uhr-zwei-und-Tränen 

Lange her, die Zeit - 
Zierliche Frau, doch Wesen groß. 
In meiner Kindheit; 
Mutters Geduld schien grenzenlos. 
Trotz Haushalt, dabei noch Behagen, 
Schob täglich mich im Kinderwagen. 
  
Dann stand Revanche vor der Tür. 
Es war 'ne Selbstverständlichkeit. 
Ich rollte sie, für mich die Kür. 
Sie dies' genoß in Seligkeit. 

Es kam die aschfahl' Zeit im Jahr 
Seit Tagen lag sie teilnahmslos. 
Wir war'n am Bett; sie keinen sah. 
Setzte mich zu ihr, legt' klaglos  
Mutters Haupt, auf meine Hände. 
Letzter Atemzug von ihr - 
Das Ende. 
Geborgenheit schließt sich zum Kreis.
Wer gibt, bekommt's zurück, als Greiß. 


bild & text by: Herr Wortranken 
  






Samstag, 11. November 2017

VIERUHRZWEIUNDZWANZIG


#frapalymo für 11nov17




VIERUHRZWEIUNDZWANZIG 

Komm mit mir rauf, auf eine letzte Tasse Kaffee. 
Ihr Atem raunte dies mit fuselschwangerem Mief. 
Und in des Mannes akoholverschlierten Augen 
 Wandelte sie, 
Zum attraktiven, 
wollüstig' Reh. 

Unklar tapst er hinterher; 
Bis in den fünften Stock. 
Desillusionierend Chaos zeigt die Wohnung. 
Schlagartig fühlt er subjektive Nüchternheit. 
Schock. 
Eva derweil nicht mehr betörend. 
Nur raus hier, 
Rasch. 

Zurück zur Bar? 
Nein. 
Nachhaus' zum Bett, 
Zur sorgend Frau. 




bild & text by: Herr Wortranken
  









Freitag, 10. November 2017

endsonne (blackout gedicht)

impuls: "schreibt ein erasure/blackout gedicht
zu goethes abendsonne" 
Abendsonne
Betrachtet, wie in Abendsonne-Glut
Die grünumgebenen Hütten schimmern!
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O ! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ich säh’ im ew’gen Abendstrahl
Die stille Welt zu meinen Füßen,
Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
Den Silberbach in goldene Ströme fließen.
Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten 
Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
Vor den erstaunten Augen auf.
Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
Allein der neue Trieb erwacht,
Ich eile fort, ihr ew’ges Licht zu trinken,
Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht,
Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
Ein schöner Traum, indessen sie entweicht!
Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
Doch ist es jedem eingeboren,
Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
Ihr schmetternd Lied die Lerche singt,
Wenn über schroffen Fichtenhöhe
Der Adler ausgebreitet schwebt
Und über Flächen, über Seen
Der Kranich nach der Heimat strebt.
Johann Wolfgang von Goethe



endsonne 

grünumgeben weicht neues leben 
kein flügel hebt im abendstrahl 
die welt entzündet goldene schluchten 
das meer erwärmt den trieb 

ich trink den tag 
und unter mir ein flügel 
so leicht ist sein gefühl 
wenn raum verloren 
schroffe höhe über heimat strebt 


bild & text by: Herr Wortranken  

impuls: "schreibt ein erasure/blackout gedicht zu goethes abendsonne" 



Donnerstag, 9. November 2017

LICHTERSCHEIN



#frapalymo-9nov17 (tag.9)


LICHTERSCHEIN *1 

Der Freiheit Tor *2 
Mehrt im Gestrick, * 
Hofft auf Verrinnen, *2 
Stiebt fort das Gold'ne Kalb. *3 

Ihr seid Natur. *3 
Mit Plusterkraft gruppiert zum Kampfe euch. *3 

Mit stolz geschwollener Brust *
Fliegen Kraniche gen Süd, *
Bodybuildern gleich. *


bild & text by: Herr Wortranken  



_________ 
*1) Zeile aus: "UNFASSLICH"   #frapalymo 01Nov2017 
*2) Zeilen aus: "freigeistig"   #frapalymo 02Nov2017 
*3) Zeile aus: "FÜRBITTE"   #frapalymo 06Nov2017 
*4) Zeile aus: "ÄON"   #frapalymo 07Nov2017 





Mittwoch, 8. November 2017

UNTERICHTUNGSSCHILDER



#frapalymo tag 8 impuls: Autobahnraststätten


UNTERICHTUNGSSCHILDER 

Die Frau im Wechsel mit dem Mann, 
 In einem krebsrot' Kabrio; 
Tauschten, so gerne dann und wann, 
Das Lenkrad, ohne Risiko. 
  
Es fuhren beide, Richtung Ziel. 
Saß er am Steuer, dachte Sie, 
Der flitzt sehr flott; Mann muss Pipi. 
Der Typ meint, Frau fährt Kurs auf Kiel. 
  
So denkt ein jeder, absolut; 
Der Andere, zwar herzensgut, 
Ist planlos auf gemeinsam' Reisen. 
Hirn scheint ab heute zu vergreisen. 
  
Und in der Tat, jetzt glaubt man's kaum. 
 Realität ist's. Nein, kein Traum. 
Beide müssen dringend harnen. 
Highways kennen kein Erbarmen. 

Endlich sieht man Hinweistafeln.  
Gleich vorbei, des Herzens Rasen. 
Nach eintausend Meter, Stillstand; 
Zündung aus und flott zur Toiwand. 

"Alle Eingäng' heut' Geschlossen", 
Jeglich Hoffnung, all' verflossen; 
Fernerhin entfleucht der Harndrang. 
Jetzt Schuhe triefend; Herze, bang. 

Treffend heißt der Rastplatz: GRÜNSTUHL. 
Grüner Rasen; stinkender Pfuhl. 
Nie mehr werden diese Leute 
Von den Autobahnen, Beute. 

bild & text by: Herr Wortranken  
  
  













Dienstag, 7. November 2017

ÄON


#frapalymo impuls für 07nov17 (tag 7)





ÄON 

Fußhaftend Pralle 
Gedunsen durch manch Nebel 
 Aufquellend' Moose 
Mit Stolz geschwollener Brust 
 Bodybuildern gleich 
Fliegen Kraniche gen Süd 
Tagsüber frösteln 
Verwandlung zur Nachtkälte 



bild & text by: Herr Wortranken  




Montag, 6. November 2017

FÜRBITTE



#frapalymo impuls für 06nov17 (tag 6)


FÜRBITTE * 

Schwillt an herbeigeeilte Schwollenkräfte. 
Mit Plusterkraft gruppiert zum Kampfe euch. 
Weil Mob aus widerwärtig menschlich Horden, 
zerstört die Luft zum Atmen unsrer Welt. 

Verschont, ich bitt, die zahlreich hehren Menschen. 
Nur kannibalisch Pack, fegt dies ins Nichts. 
In euch steckt Wucht mit manch gezügelt' Stärke; 
Ihr seid Natur; 
Stiebt fort das Gold'ne Kalb. 


bild & text by: Herr Wortranken  



______________________________
der impuls für das gedicht am 6. november lautet: "medientransfer fotografie" 
     nutzt dieses foto von @rtopnb als impuls für euren text“











Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...